Das grosse Erwachen

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Kapitel 1 - Prolog

 

Es ist jedes Jahr dasselbe, wenn die Schule wieder anfängt: Ich verschlafe um die zwanzig Minuten, springe auf, renne zum Badezimmer, wo meine jüngere Schwester natürlich schon am duschen ich. Ich schreie sie an, packe das erst beste Sportzeug (meistens ein ungewaschenes in der falschen Größe), ziehe irgendwelche Klamotten an und renne zur Busstation. Mit einer Menge Glück erwische ich den letzten Bus, aber meistens muss ich die Strecke von zwei Kilometern rennen und komme zu spät. Jedes Jahr dasselbe. Ich hasse den Schulanfang.


Nun, nachdem ich euch erzählt habe, was normalerweise nach den Sommer-, Frühlings-, Herbst-, oder Winterferien passiert ist, wollt ihr sicher wissen, was DIESES Jahr passiert ist, oder noch besser, zuerst einmal, wer ich überhaupt bin: Mein Name ist Sakura Haruno, auch Fettie, Muschi und Opfer genannt. Ich bin, wie man es sich wohl schon denkt, 16 und nun ja... Eigentlich gibt es nicht viel mehr Infos über mich. 
Vielleicht wie kann ich euch noch erzählen, wie ich aussehe, aber das ist einfach zu deprimierend! Na gut, das war ein Scherz, eine Parodie auf alle Leute, die ich nicht mag. Ich bin ziemlich klein, aber was mir an Luft nach oben fehlt, hat sich in meinen Hüften, meinem Bauch, meinen Brüsten und vor allem in meiner Stirn festgesetzt. Letztere ist übrigens WIRKLICH gigantisch. Aber was soll’s, wenigstens habe ich keine Pickel darauf, so wie die meisten anderen in meinem Alter. Nebenbei, eigentlich habe ich gar nicht so einen grossen Ranzen, finde ich, ich sehe einfach wahnsinnig gut aus, nehme ich an. 
Ich habe pinke Haare, die mir bis zu den Schultern reichen. Sie sind nicht gefärbt, sondernd, und das ist jetzt kein Witz, bei einem wissenschaftlichen Experiment als ich acht Jahre alt war, in einem Experiment meiner Mutter für immer auf diese Farbe festgelegt. Aber dazu später mehr. Meine Augen sind grün. Ich würde sie ja smaragdgrün, türkis oder so nennen, aber wenn ich ehrlich bin, sind sie eher barbiegrün. Dieses helle, abstoßende, leicht würgreizerregend Grün, welches jeder Mensch hasst. Nun ja, so sehe ich aus.
Was man auch noch erwähnen könnte, sind meine Charaktermerkmale, wen man ihn so nennen will (Ich bezeichne ihn ja gerne als ein finsteres Loch. Nein, bloss ein Scherz.): Ich bin von jeher immer eine Außenseiterin, was daran liegt, dass ich gerne andere Leute beleidige, eine eigene Art von Humor habe und gerne mal pervers oder übelkeitserregend rede. Es dauert bei mir immer länger, bevor ich jemanden mag. Früher war es so, dass ich mich schnell mit solchen bösen, arroganten, egozentrischen und extrem beliebten Mädchen befreundet habe, welche ich dann in mein Herz schloss. Als Dank hassten sie mich dann meistens und haben mich fertig gemacht, ich schlug zurück und es entstanden wunderbare Zickenkriege. Zum Glück bin ich dann für zwei Jahre weg, ansonsten würde mich das immer noch verfolgen!
Leute, die ich jedoch von Anfang an nicht leiden kann, gehe ich einfach aus dem Weg. Gut, vielleicht beleidige ich sie manchmal (unwillentlich), aber wer tut das nicht. Ich finde die Reaktion echt übertrieben von manchen. Aber manchmal lasse ich mich auch auf etwas kindische Auseinandersetzungen ein. Niemand ist perfekt.
In der Schule bin ich nie einer Meinung mit den Lehrern und sage ihnen das auch lautstark. Das heißt, meistens sieht es Ende der Lektion so aus: Der Lehrer und ich brüllen uns an, er wirft mir Kreide an und ich darf zwei Stunden nachsitzen.
Wie es mit Freunden aussieht? Gar nicht, praktisch. Theoretisch habe ich drei Kumpel, Gaara, den ich als meinen besten Freund bezeichne, Naruto und Lee. Aber ich würde ihnen nie meine Geheimnisse erzählen (auch weil es alles Jungs sind) und ausserdem... Ich weiss nicht wie ich es sagen soll, aber ich würde ihnen mein Leben nicht anvertrauen, im übertragendem Sinne.
So das wars von mir und meiner kurzen Selbstmitleidstour, jetzt wisst ihr ungefähr, über wen ihr hier lest. Aber was ihr wohl auch wissen wollt, ist, was das alles mit dem kurzen Absatz am Anfang zu tun hat, oder?

~*~

An diesem Morgen öffnete ich meine Augen nur ganz kurz als der Wecker klingelte, bevor ich beschloss, das Aufstehen im allgemeinen überschätzt wird und das kleine Mädchen wie ich einfach eine Decke brauchen. Also, dass hieß, Decke übers Gesicht, Augen zu und weiter dieses wirklich übel perversen Traum (Yaoi) träumen. Herrlich die Welt, wenn man einfach nur im Bett liegt und... Wärme... Und vor allem Ruhe... 
„SAKUUUUUUUUU!“ schrie meine ältere Schwester Mako und riss mir die Decke weg. Wer das schon erlebt hat, dem muss ich ja nichts erzählen, aber an alle anderen: Es ist als ob dein Heim, dein Nest, deine Mutter, alle Wärme und Geborgenheit von einem mit aller Gewalt fortgerissen werden und du musst sie verteidigen. Aber weil man ja eigentlich noch schlafen würde, kann man nichts außer „NNNnfnann“ hinausbringen.
„Sakura, was soll ich am ersten Tag den anziehen?“ jammerte sie sofort los.
Das hab ich vergessen zu erwähnen, ich habe zwei Schwestern, Mako und Yuna. Während Mako wie meine Mutter mit Intelligenzlosigkeit gesegnet ist, ist Yuna das Böse in Person. Mako ist freundlich, weltoffen, wunderschön und ziemlich dumm. Und oberflächlich. Aber, eben, sie ist meine Schwester und sie mir wirklich tausendmal lieber als Yuna. Sie ist böse, hinterlistig, frühreif, leider trotzdem hübsch, und ein wahres Ekel. Anfangs haben sie alle geliebt und jetzt – lieben sie abgesehen von mir immer noch alle. Sie hat diese furchtbare Art, das man ihr immer vertraut und man immer der Meinung ist, dass sie die nette, unschuldige, kleine Schwester ist. Und ich bin die Böse, weil ich ihr nicht verfallen bin. Damit es jetzt nicht klingt, als gäbe es an ihr nur negative Seiten, man kann positiv bemerken, dass sie eine super Figur hat und ihre Haare von Natur aus so schön schimmern. Also naja, das macht sie nur noch unmenschlicher.
Mako hat viele Freunde, solche die anrufen, wenn sie krank ist und die ihr Briefe schicken, in denen Dinge stehen wie: „...weil DU wirklich die Beste bist... Weil du mich immer unterstützt... Ich hab dich echt lieb... bist meine beste Freundin... Du bist die wichtigste Person der Welt!“ Sie hat seit ungefähr zwei Jahren den selben Freund namens Neji Hyuga, der so ein richtiger Eisbeutel ist. Aber wenn sie dabei ist, taut er richtig auf und ist echt nett.
Yuna hat noch mehr Freunde, mit denen sie dauernd Sms austauscht. Solche: „hdg <3... der ist so geil... ich liebe dein Oberteil...“ usw. Sie hat dauernd Freunde, und noch mehr Affären, auch  mit viel älteren Jungs. Zuhause und vor Lehrern ist sie jedoch die brave Schülerin mit spitzen Noten, den guten Manieren und dem unglaublich tollen Lächeln. Sie ist außerdem „Jungfrau bis zur Ehe“ und die Schule steht bei ihr an „erster Stelle“! Soll heißen: Sie hat wahrscheinlich schon mit mehr Jungen gebumst als ich Unterhosen besitze und ihre guten Noten bekommt sie durch den netten Streber am Nachbarpult mit der großen Schrift, dem sie seit etwa fünf Jahren all paar Wochen mal anlächelt. 
Man hört’s wahrscheinlich, aber damit man es auch wirklich nicht vergisst: Ich liebe Mako und ich hasse Yuna.

~*~

Aber in dem Moment in dem Mako mir meine Bettdecke wegzog, war sie auf gleicher Stufe wie Yuna. „Sakuu kann ich mir dein Oberteil nehmen? Ich liebe es!“ „RAUS AUS MEINEM ZIMMER!!“ brüllte ich als Antwort, als ich mir ihre Worte nochmal durch denk Kopf schossen. Erster Schultag! Ich sprang auf, riss das vorhin genannte T-Shirt vom Stuhl, auf dem es lag und warf es im Vorbeigehen Mako zu. Aus dem Badezimmer klang die Stimme von Yuna die laut, und falsch, „Never Say Never“ von Justin Bieber sang. Der Song finde ich ja schon so schrecklich, aber in dieser Stimmlage! Furchtbar! Dennoch riss ich todesmutig die Tür auf und ein Dampfschwaden zog an mir vorbei. „Yuna, ich muss unter die Dusche!!“ brüllte ich und versuchte durch den dichten Dampf etwas zu erkennen. Yuna lachte zur Antwort höhnisch: „Vergiss es!“ 
Gut, ich hatte nicht die Zeit um Streiten hatte ich nicht, also schnappte ich mir einfach irgendetwas, und hoffte ihre Wimperntusche oder ihre Hose erwischt zu haben. Pah, das hatte sie davon, sich mir Dark Sakura anzulegen!
Ich rannte den Flur entlang und begutachtete meine Beute: Ihr BH, welcher mit vielen Rüschen und Blümchen versehen war. Bei uns in der Küche hatte es ein großes Fenster, welches zur Straße ging. Schwupp und weg war der BH und ich könnte schwören, eine Frau draußen rief empört „Also bitte!“ Falls das jemandem übertrieben vorkommt, zwischen ihr und mir herrsch Krieg.
Ich öffnete den Kühlschrank und griff nach einer Flasche Wasser und etwas, was man wahrscheinlich irgendwann einmal hätte essen können. Mit meinem, nennen wir es Essen, wieder zurück, wo sich Mako gerade vor meinem Spiegel fertig machte. „Schau mal, ich habe eine neue Hose! Und zusammen mit meinen Schuhen sieht das bestimmt toll aus! Weißt du, Neji hat gesagt, er findet diese Ohrringe so schön, und deshalb ziehe ich sie an! Also eigentlich mag ich Schmuck ja nicht so, aber die schon! Und dann hab ich diesen super bequemen Sport-BH angezogen, und dann noch die Unterhosen mit den Erdbeeren drauf und weißt du sitzen so –“, doch an dieser Stelle schob ich sie einfach aus meinem Zimmer und verschloss die Tür. Ursprünglich hatte unsere Wohnung drei Zimmer, aber eines war so groß, das wir Wände einfügen konnten, deshalb hatte jede von uns Schwestern ein eigenes, sehr kleines Zimmer.
Ich selbst schnupperte an ein paar Sachen die am Boden zerstreut war. Ich hatte in meinem Kleiderschrank nämlich keine Kleider sondernd wirklich wichtige Dinge wie Zigaretten, meinen Fernseher, meine Manga und meine Hentais verstaut und eigentlich sonst alles was ich besaß. Meine Kleider lagen deshalb wie ein Teppich an dem Boden und wenn ich meine Kleider wusch, lagen sie einfach wieder am Boden. Jeden zweiten Tag sammelte ich jedoch alle ein und wusch sie. Sauberkeit ist wichtig! Dabei habe ich gar nicht so viele Kleider die mir gingen, aber ich besaß immer noch meine Hosen aus der zweiten und meine Socken aus der ersten Klasse. Außerdem lagen da ziemlich viele Kleider von meinen Schwestern, die gemerkt hatten, das bei mir einfach alles in Waschmaschine kommt, egal ob meins oder nicht!

~*~

Kurz darauf war ich mit einem T-Shirt mit der Aufschrift MY PENIS IS YOU PENIS und einer Hose mit Löchern und einem Erdbeerfleck, welcher einfach nicht wegging, bei der Bushaltestelle. Meine Schulter tat mir höllisch weh, weil ich einfach zu viele Bücher dabei hatte und meine Haare waren am Ansatz fettig, aber das war mir vollkommen egal. Andere Leute legen Hotpants an und ich bescheuerte T-Shirts, who cares? Zur Antwort, ein paar 13 jährige  Jungs mit Pickeln und diese überschminkten Mädchen mit 15 cm Absätzen welche mit einer Unterhose auf dem Kopf rumlaufen würden, wenn in der Zeitung stehen würde, dass das voll in ist. Gut, wer von meiner Schule würde sich schon darum kümmern? Meine Lehrer mochten mich sowieso nicht und die Leuten, deren Meinung mir etwas ausmachte, fänden es witzig oder würden mich ignorieren. Also, egal.


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